Datenverarbeitung und Nutzwertanalyse

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Nach der Recherche der einzelnen Indikatoren und deren Ausprägungen wurden die erfassten Daten der einzelnen Regionen analysiert. Um einen zu großen Einfluss von Extremwerten zu vermeiden, wurde mittels eines 95%-Perzentils und 5%-Perzentils eine obere und untere Schranke definiert. Diese Methode wird auch als Capping bezeichnet. Somit nimmt beispielsweise jeder Beobachtungswert größer als die obere Schranke  den Wert des 95%-Perzentils – dem neuen Maximalwert – an und gilt anschließend als Benchmark.

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Um die einzelnen Indikatoren miteinander vergleichen zu können, wurden die Werte im anschließenden Schritt miteinander ins Verhältnis gesetzt und standardisiert. Im Ergebnis erhielt die jeweilig höchste Ausprägung eines Indikators den Wert 1.

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Im nächsten Schritt wurden die einzelnen Indikatoren auf Grundlage der Modellüberlegungen zu den sieben Dimensionen verdichtet. Hierbei wird auf Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten von einer „Engpass-Funktion“ ausgegangen*. Das bedeutet, dass der schwächste Wert eines Ökosystems die Leistungsfähigkeit des gesamten Ökosystems bremst. Die dahinter liegende Logik ist, dass es nichts nützt, die bestehenden Stärken weiter auszubauen, ohne sich den existierenden Schwächen zu widmen. Vielmehr gehen entsprechende Theorien von einem ausgeglichenen Ökosystem als Zielvorstellung aus.

Zusätzlich wurden diejenigen Faktoren, die von den Gründern und Gründerexperten als weniger bedeutend eingestuft wurden, in der Engpass-Funktion entsprechend berücksichtigt. So können Indikatoren mit einem Gewichtungswert von unter 3,5 die Ausprägungen der einzelnen Dimensionen und somit die Leistung des gesamten Ökosystems nicht einschränken.

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Da nicht alle Indikatoren für angehende Startups die gleiche Bedeutung haben, wurde die unterschiedliche Wichtigkeit der einzelnen Faktoren berücksichtigt. Hierzu wurden die Werte aus Schritt 3 mit der jeweiligen Bedeutung aus Gründer- und Expertensicht multipliziert. Im Ergebnis lieferte Schritt 4 die Teilnutzen der einzelnen Indikatoren. Die Bedeutung der einzelnen Indikatoren ergab die Gründer- und Experten-Befragung.

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Abschließend wurden die Werte der einzelnen Dimensionen in einem Nutzwertdiagramm abgebildet. Folglich ergibt sich für jede Region ein grafisches Profil, in dem die regionalen Stärken und Schwächen schnell zum Vorschein kommen.

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Um die einzelnen Werte der Ökosysteme besser interpretieren zu können, findet sich in der grafischen Darstellung zudem ein Durchschnittsprofil des Freistaates Sachsen, welches auf dem arithmetischen Mittel aller 13 Untersuchungsregionen basiert.

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Letztendlich besteht die Möglichkeit, dass Gründungswillige bei erkennbaren regionalen Defiziten die eigene Region verlassen können und sich in anderen, für sie besser geeigneten Regionen niederlassen. Daher wurden in der Analyse auch die deutschen Startup-Hochburgen, die Städte Berlin, Hamburg und München berücksichtigt. Diese können in die grafische Auswertung zum Vergleich einbezogen werden.

 

 

 


*Szerb, László and Acs, Zoltan J. and Ortega-Argilés, Raquel and Komlosi, Eva, The Entrepreneurial Ecosystem: The Regional Entrepreneurship and Development Index (May 30, 2015). Verfügbar unter SSRN: https://ssrn.com/abstract=2642514 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.2642514

Die Studie "Start-up Ökosystem Sachsen" ist ein Projekt der Juniorprofessur Entrepreneurship in Gründung und Nachfolge, Stiftungsprofessur der Sparkasse Chemnitz, an der Technischen Universität Chemnitz

Die Studie "Start-up Ökosystem Sachsen" erfasst umfassend die Rahmenbedingungen für Gründungen im Freistaat Sachsen. So sollen Verbesserungspotenziale besser erkannt und Handlungsempfehlungen entwickelt werden können.

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